Seong-Jin Cho | Offizielle Biografie

Biografie

Seong-Jin Cho
© Christoph Köstlin
»Seong-Jin Cho ist wahrlich ein Meister, der Klangstrukturen durch feinste Farbschattierungen und differenzierte Anschlagskunst zum Leben erweckt. Doch er ist auch ein brillanter Jongleur, der die Leichtigkeit des Barocks wahrt und dennoch die Möglichkeiten des modernen Klaviers voll ausschöpft, um der Musik Strahlkraft und eine neue Dimension zu geben.« 
The Times, Rezension zu The Handel Project 
Es ist die Verbindung von gedanklicher Tiefe und Ausdruck, durch die Seong-Jin Cho sein Publikum berührt. Die musikalische Reife und die künstlerischen Fähigkeiten des preisgekrönten Pianisten sicherten ihm breite Zustimmung des Publikums und der Kritik. Das Wall Street Journal feierte ihn als »Meister der virtuosen Miniatur«, aber er erhielt ebenso viel Beifall für seine ausdrucksvollen Interpretationen von Konzerten und großen Solowerken verschiedenster Komponisten von Mozart bis Schostakowitsch.
Der südkoreanische Pianist wurde schlagartig weltberühmt, als er im Oktober 2015 den ersten Preis beim 17. Internationalen Chopin-Wettbewerb gewann. Als Deutsche Grammophon sofort Mitschnitte von Chos Wettbewerbsaufführungen herausbrachte, sprang das reine Chopin-Album allein durch seine Vorbestellungen auf Platz 1 der südkoreanischen Pop-Charts. Es schaffte innerhalb einer Woche nach Erscheinen im November 2015 in Südkorea Verkaufszahlen von Dreifach-Platin und hatte schon bald eine weltweite Fangemeinde. Im Januar 2016 unterzeichnete Cho einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon.
Sein erstes Studio-Album für das gelbe Label, das im November 2016 erschien, bot noch mehr Chopin – die vier Balladen und das Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll, aufgenommen mit dem London Symphony Orchestra und Gianandrea Noseda. Chos nächstes Album mit einem reinen Debussy-Programm erschien im November 2017 anlässlich des 100. Geburtstags des Komponisten im Jahr 2018. Er spielte neben den beiden Serien von Images auch L’Isle joyeuse, Suite bergamasque und Children’s Corner.
Ein Jahr später folgte Chos Mozart-Album mit den Sonaten KV 281 und KV 332 sowie dem Konzert Nr. 20 in d-Moll KV 466 mit Yannick Nézet-Séguin und dem Chamber Orchestra of Europe. Das im Mai 2020 erschienene Album The Wanderer beginnt mit Schuberts gewaltiger »Wanderer-Fantasie« D 760 und schließt mit Liszts legendärer Sonate in h-Moll, einem Werk, dessen Dimension und Komplexität den Einfluss der »Wanderer-Fantasie« erkennen lassen. Dazwischen steht Bergs Klaviersonate op. 1, die ihrerseits Liszt verpflichtet ist.
Auf dem Album Im Abendrot ist Seong-Jin Cho gemeinsam mit Matthias Goerne zu hören, einem der renommiertesten Liedsänger der Welt. Im April 2021 veröffentlicht, bietet es spätromantische Werke von Wagner, Pfitzner und Richard Strauss. Im selben Jahr arbeitete Cho auch wieder mit dem LSO und Gianandrea Noseda zusammen, um sich weiter in die Musik Chopins zu vertiefen. Chopin: Piano Concerto No. 2 · Scherzi erschien im August 2021, mit drei zusätzlichen Solotracks auf der digitalen Version: die »Revolutionsetüde« op. 10 Nr. 12, das Impromptu op. 29 und das Nocturne op. 9 Nr. 2.
Dem Barock wendete Seong-Jin Cho sich zu mit dem im Februar 2023 veröffentlichten Album The Handel Project. Cho wählte drei Stücke aus Händels erster Sammlung von Suites de pièces pour le clavecin aus und koppelte sie mit Brahms’ Variationen und Fuge über ein Thema von Händel.
2025 liegt Seong-Jin Chos Fokus auf der Musik von Ravel. Er würdigt den 150. Geburtstag des Komponisten mit Einspielungen sämtlicher Soloklavierwerke sowie der beiden Konzerte. Ravel: Complete Solo Piano Works ist im Januar erschienen (»Ravel-Interpretationen von solch einzigartiger Detailgenauigkeit sind selten« – Financial Times) und erreichte umgehend Gold-Status in Südkorea.
Das Pendant, Ravel: The Piano Concertos, in dem der Pianist vom Boston Symphony Orchestra und Andris Nelsons begleitet wird, kommt am 21. Februar heraus. Eine Deluxe-Edition mit allen Aufnahmen ist ab dem 2. Mai digital und als 3-CD-Set erhältlich.
Auch in seinem Tourkalender spielt Ravel eine tragende Rolle. Recitals mit dem gesamten Soloklavierwerk gibt Cho im Februar und März im Rahmen einer ausgedehnten US-Tournee (mit Auftritten in der Carnegie Hall und der Walt Disney Concert Hall), und im April und Mai sowohl in Londons Barbican Centre als auch in Deutschland (inklusive Hamburgs Elbphilharmonie und – als Artist in Residence – der Berliner Philharmonie).
Er führt Ravels Klavierkonzert in G-Dur mit dem Los Angeles Philharmonic und The Cleveland Orchestra im Februar und März auf, und im Juli spielt er in Tanglewood sowohl das Klavierkonzert in G-Dur und das Konzert für die linke Hand mit Nelsons und dem BSO als auch ein Recital mit dem gesamten Soloklavierwerk. Weitere Termine in Asien und den USA folgen im Sommer.
Zu den Highlights dieser Saison zählen auch sein Debüt als Artist in Residence bei den Berliner Philharmonikern mit Schostakowitschs Klavierkonzert Nr. 1; Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 in Seoul mit den Wiener Philharmonikern und Nelsons; sowie Prokofievs Klavierkonzert Nr. 2 mit dem New York Philharmonic (Februar 2025), Chicago Symphony Orchestra (Februar und März) und Tonhalle-Orchester Zürich (Mai).
1994 in Seoul geboren, begann Seong-Jin Cho mit sechs Jahren Klavier zu spielen, und mit elf Jahren trat er erstmals öffentlich auf. Im September 2008 gewann er in Moskau den 6. Internationalen Chopin-Wettbewerb für Nachwuchspianisten und im Jahr darauf den Internationalen Hamamatsu-Klavierwettbewerb in Japan. Nachdem er 2012 nach Paris gezogen war, um am dortigen Conservatoire bei Michel Béroff zu studieren, hat er jetzt seinen Wohnsitz in Berlin.
Den Weg zu seinem Sieg beim ruhmreichen Internationalen Chopin-Wettbewerb ebneten jeweils dritte Preise beim Tschaikowsky-Wettbewerb 2011 in Moskau und beim Arthur Rubinstein International Piano Master Competition 2014 sowie Konzertauftritte mit führenden Dirigenten und Orchestern. Cho arbeitet seitdem regelmäßig mit bedeutenden Musikern wie Myung-Whun Chung, Gustavo Dudamel, Andris Nelsons, Vasily Petrenko, Santtu-Matias Rouvali, Esa-Pekka Salonen und Yuri Temirkanov sowie internationalen Spitzenorchestern wie den Berliner Philharmonikern, dem Los Angeles Philharmonic, New York Philharmonic, NHK Symphony Orchestra, Orchestre de Paris, Philharmonia Orchestra, Concertgebouworkest, Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und den Wiener Philharmonikern.
2/2025
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